Interview: Unterstützung durch die Idstein-Stiftung

Seit wann sind Sie in Deutschland und seit wann in Idstein?
Ich bin im Februar 2015 zusammen mit meiner Familie nach Deutschland gekommen und seit August 2015 leben wir in Idstein.

Woher kamen Sie?
Aus Albanien.

Warum kamen Sie hierher?
Ich möchte die Frage nicht beantworten, weil Gründe gegen eine Veröffentlichung sprechen, die zur Flucht der Familie geführt haben.

Sie haben in diesem Jahr das Abitur gemacht. Auf welche Schule sind Sie gegangen?
Ich habe die accadis International School in Bad Homburg besucht und habe dort mein IB (International baccalaureate) abgeschlossen.

Wie haben Sie so schnell so gut Deutsch gelernt?
Am Anfang war ich sehr sauer auf mich, weil ich in ein neues Land gezogen war, ohne ein einziges Wort dieser Sprache zu können. Nach einem Termin bei der Ausländerbehörde, wo ich mich mit der Sachbearbeiterin wegen der Sprache nicht gut verstanden habe, gab ich mir ein Versprechen: Deutsch zu lernen würde meine Nummer 1 Aufgabe werden. Ich lud mir aus dem Internet Apps für Deutsch für Anfänger herunter. Mein Ziel war es, jeden Tag zwanzig neue Wörter zu lernen. Und genau so habe ich es gemacht. Danach habe ich auch einen Sprachkurs besucht und so hat sich das Ganze entwickelt.  Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg.

Sie haben Unterstützung von der Idstein Stiftung erhalten. Wie sind Sie in Kontakt gekommen mit den Menschen, die Ihnen geholfen haben?
Im September 2015 habe ich an einer interkulturellen Veranstaltung in Idstein teilgenommen und da habe ich den ehemaligen Bürgermeister von Idstein, Gerhard Krum, kennengelernt. Er hat mich dann mit Frank Schenkel von der Idstein Stiftung in Verbindung gebracht.

Welche Unterstützung war das?
Frank Schenkel war sehr freundlich und hat uns gesagt, dass wir uns für alles an ihn wenden können. So wussten wir, dass für jede Orientierungshilfe jemand für uns war und so fühlten wir uns in Idstein herzlich willkommen. Frank Schenkel hat uns zum Rechtsanwalt begleitet, da wir noch rechtliche Frage hatten, die geklärt werden mussten. Außerdem war Frank eine sehr große Hilfe für mich, weil er mir bei dem Thema Ausbildungssuche (Suche und Bewerbung) sehr geholfen hat und mit mir zu den Vorstellungsgesprächen gekommen ist. Die Idstein Stiftung hat meiner Mutter und meinem großen Bruder auch einen Deutschkurs ermöglicht und unterstützt jetzt meinen kleinen Bruder bei der Ausbildungssuche. Also, ein „Orientierungslicht“ für neue angekommene Einwanderer und nicht nur das.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ich studiere jetzt Digital Business Management an der accadis Hochschule und arbeite gleichzeitig für MasterPeace Wiesbaden, ein Club in Wiesbaden, der interkulturelle Projekte veranstaltet. Außerdem bin ich Mitherausgeber des Buches „Warum wir hier sind- Reisegeschichten aus unserer Welt“ und zusammen mit meiner Kollegin, Kristine Tauch, gründete ich ein Sozialunternehmen. Ich möchte mit dem Studium und meinen Projekten weitermachen und mich weiterentwickeln.

Werden Sie in Idstein bleiben?
Wir suchen jetzt wieder ein Haus oder eine große Wohnung und, wenn das klappt, würden wir gerne Idsteiner bleiben.

Was ist Ihr Berufswunsch?
Eines Tages möchte ich zurück nach Albanien gehen, für mein Land arbeiten und mein Land verändern. Das ist aber ein langer Weg. Ich konzentriere mich auf das, was ich jetzt mache und was ich am besten kann, denn wir alle können die Zukunft verändern mit dem, was wir heute tun.

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